Bienen-/Wespenstich-Allergie Zurück zur Übersicht

Wenn Stiche tödlich sein können

Wespe

Stiche durch Bienen, Wespen und Hornissen sind normalerweise relativ harmlos: Die Insektengifte verursachen an der Stichstelle Schmerzen, leichte Schwellungen und eine mäßige Rötung. Nach kurzer Zeit sind die Beschwerden wieder abgeklungen.

Wer ist allergisch?

Ein Teil der Menschen reagiert auf wiederholte Stiche durch eine oder mehrere dieser drei Insektenarten (die unter dem Gruppennamen Vespiden = Wespenähnliche zusammengefaßt werden) übertrieben. Das Immunsystem ist sensibilisiert und schüttet nach einem Stich große Mengen von Botenstoffen aus, die die typischen allergischen Symptome auslösen können: Juckender, großflächiger Ausschlag, Nesselsucht, Schwellungen im Halsbereich, Atemnot, Kreislaufbeschwerden. Im allerschlimmsten Fall kommt es zu einem anaphylaktischen Schock: Ein rascher und lebensgefährlicher Blutdruckabfall, der unbehandelt zum Tod führen kann.

In Deutschland sterben nach der amtlichen Todesursachenstatistik etwa 40 Menschen pro Jahr an den Folgen von Insektenstichen.

Desensibilisierung

Durch eine Desensibilisierungsbehandlung kann die übertriebene Immunreaktion des Allergikers auf Vespidenstiche gedämpft und in vielen Fällen auch wieder vollständig normalisiert werden. Dabei wird das aufbereitete Insektengift zuerst sehr stark verdünnt, später zunehmend stärker konzentriert unter die Haut des Betroffenen gespritzt. Die Abstände zwischen den einzelnen Spritzen werden zunehmend verlängert. Die Behandlung findet dann über etwa 3 bis 4 Jahre in monatlichen Abständen statt. Nach einer Überprüfung des Desensibilisierungserfolgs (durch einen absichtlich gesetzten Stich der entsprechenden Vespide) wird dann die Behandlung beendet. Das Immunsystem reagiert wieder normal

Diese Desensibilisierungsbehandlung ist bei über 90 % der Vespidenallergiker erfolgreich. Sie sollte nur durch Ärzte durchgeführt werden, die Erfahrung haben in der Behandlung von akuten Notfällen, da anfänglich und bei Dosissteigerung stärkere allergische Reaktionen auf die „Giftspritze“ vorkommen können. Eine ambulante Behandlung ist selbstverständlich möglich.

Und wenn Sie gestochen wurden?

Dr. Friedrich Höglmeier Zurück zur Übersicht
vespiden.zip ©Dr. F. Höglmeier