Allergien Zurück zur Übersicht

Was ist das?

Allergien sind übersteigerte Reaktionen auf körperfremde (seltener auch körpereigene) Substanzen, die nur bei dazu veranlagten Personen (Allergikern) auftreten. Andere schädigende Folgen treten dagegen bei allen Personen auf (toxische Wirkung von Substanzen).

Typen

Allergologen unterscheiden 4 (manche auch 5) verschiedene Arten von Allergien, wobei die häufigsten die sogenannte Sofortallergie bei Kontakt mit dem Allergen und die Spätreaktion nach der Berührung sind. Beispiele für die Sofortallergie sind Heuschnupfen und Asthma bronchiale, für die Spätreaktion Hautekzeme bei der Kontaktallergie.

Häufigkeit

Allergien werden weltweit häufiger. Inzwischen hat jedes 6. Kind (glücklicherweise oft nur vorübergehend) ein allergisches Asthma. Interessanterweise sind allergische Asthmaanfälle auf dem Land häufiger als in der Stadt; in der Stadt sind dagegen die (toxisch bedingten) Bronchialentzündungen häufiger.

Was passiert bei einer Allergie?

Als Beispiel sei hier der Heuschnupfen (allergische Rhinitis) beschrieben: Die auslösende Substanz (Allergen - z.B. Birkenpollen) wird eingeatmet. Die Schleimhäute der Luftwege und der Augen kommen mit diesen Pollen in Kontakt. In den Schleimhäuten reagieren vorgebildete Antikörper (Immunglobuline) mit dem Allergen. Bei der Sofortallergie sind diese Antikörper Immunglobuline der Klasse E (IgE). Die Reaktion zwischen Allergen und Antikörper führt wiederum dazu, daß bestimmte Zellen im umgebenden Gewebe Stoffe (wie etwa Histamin) ausschütten, die dann die typischen Symptome des Heuschnupfens hervorrufen: Augenbrennen, Augentränen, Bindehautrötung, Nasenschleimhautschwellung, Katarrh, Rachenbrennen. Bei Asthmapatienten reagieren auch noch die tieferen Luftwege: Atemnot, Husten, vermehrte Produktion von zähem Schleim, Pfeifen über den Lungen.

Wozu das Ganze?

Es gibt die Hypothese, daß die Immunglobuline der Klasse E ursprünglich eine Funktion bei der Abwehr bestimmter Parasiten hatten. Völker, die häufig von verschiedenen Parasiten (etwa Würmern) befallen werden, haben selten Sofortallergien. Führen (in diesem Falle wohl eher übertriebene) Hygienemaßnahmen dazu, daß kein Parasitenbefall mehr vorkommt, bilden sich eher Sofortallergien aus.

Der Mensch hat zudem immer häufiger Kontakt mit immer mehr Substanzen, die möglicherweise allergieauslösend sein können (man denke nur an die Unmengen verschiedener Chemikalien, Metallen, Kosmetika, Duftstoffe, an Fremdstoffe in den Lebensmitteln). So wurden etwa in modernen Teppichböden mehr als 150 verschiedene Chemikalien nachgewiesen, die größtenteils nur dazu dienen, minderwertiges Material zu kaschieren oder diese Böden pflegeleichter zu machen. Der gute, alte Parkettboden dagegen bestand nur aus Holz, Holzleim und Oberflächenschutz (etwa durch natürliche Öle oder Siegellack).

Wer ist allergisch?

Durch genaue Analyse der Beschwerden, des zeitlichen Ablaufs und der Kontaktmöglichkeiten kann oft herausgefunden werden, ob eine Allergie besteht. Gezielte Allergietests geben dann zusätzliche und oft entscheidende Hinweise. Übrigens ist Quecksilber (der Hauptbestandteil des Amalgams) meist kein Allergen, sondern ein Gift, das in entsprechend hoher Dosis bei jedem Menschen (also nicht nur bei Allergikern) Vergiftungserscheinungen hervorruft.

Was tun?

Ist eine Allergie sehr wahrscheinlich oder zweifelsfrei nachgewiesen, kommen zwei spezifische Behandlungsmöglichkeiten in Frage:

In vielen Fällen ist weder der Allergenkontakt zu vermeiden noch eine Desensibilisierung möglich (oder nicht erfolgreich). Dann bleiben nur unspezifische Behandlungsmöglichkeiten, die nicht gegen das eigentliche Allergen, sondern nur gegen die übersteigerte Reaktion des Körpers gerichtet sind: Mittel, die die Histaminausschüttung dämpfen oder die Histaminwirkung blockieren; Mittel, die alle Immunantworten des Körpers dämpfen (wie etwa Kortison); Mittel, die das sympathische Nervensystem anregen (und dadurch z.B. Schleimhäute abschwellen oder Bronchien erweitern).

Bei einer Vielzahl allergischer Erkrankungen ist der psychische Anteil an der Auslösung von Allergieanfällen und an der Ausprägung der Beschwerden so groß, daß eine wirksame Behandlung der Kranken ohne Beeinflussung der psychischen Konstellation nicht möglich ist.

Weitere Informationen über Allergien und Umwelt können beim Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (Telefon 089/92140, Telefax 089/92142266) angefordert werden, das eine umfangreiche Broschüre (zusammengestellt von H. Behrendt, J. Ring und D. Nolte) herausgibt.

Dr. Friedrich Höglmeier Zurück zur Übersicht
allergie.zip ©Dr. F. Höglmeier